Jahreswechsel bringen immer zwei Arten von Berichten und Blogposts mit sich: Jahresrückblicke und Erwartungen für das neue Jahr. So ist es hier nicht anders. 2012 war für mich sowohl beruflich als auch privat ein hervorragendes Jahr und ich freue mich auch schon auf 2013. Eben mit 2013 möchte ich mich in diesem Blogpost beschäftigen und dann im Dezember, am Ende des Jahres, nachsehen, ob ich Recht behalten hatte.

Michael Weberberger, ein befreundeter Blogger, hat für seinen Beitrag über die Digital Marketing Trends 2013 zu Einschätzungen von Brancheninsidern gerufen. Mein Kollege Johannes Skrivanek und ich haben uns getrennt ein paar Sachen überlegt und hatten fast durchgehend die gleichen Antworten. Vor allem hatten wir beide das gleiche Hauptthema: Mobile Web - wie sich später herausstellte, sehen das auch die anderen Insider so.

Die Smartphone-Revolution

Seit es Handys gibt, wird davon geredet, aber WAP war de facto nicht zu gebrauchen. Einen richtigen Schub gab es erst mit der Einführung von UMTS und dem Durchbruch der Smartphones. Das "mobile Breitband-Internet" UMTS gibt es bei uns seit etwa 2002/2003, die Smartphone-Revolution sehe ich mit Einführung des iPhones 2007. Seit 5 Jahren also hören wir vom mobile Web und dass das folgende Jahr das "Jahr des mobile Web" wird. Und jetzt schreibe ich das für 2013. Schon wieder! Na super.

Ich möchte aber erklären, was ich damit meine. Ich bin davon überzeugt, dass das mobile Web schon seit ein paar Jahren, eben seit 2007, immer wichtiger wird. In anderen Ländern ist es bereits gleichwertig dem "normalen", dem "Desktop Web" - das weltweite "Jahr des mobile Web" zu definieren ist eigentlich unmöglich. In unseren Breiten ist man jedoch - mal wieder - etwas hinterher: Während anderswo bereits mobile first gepredigt wird, sehen viele (Agenturen und Firmen) das mobile Web noch als eine Art "Web light": 2013 wird jetzt aber - bei uns - das Jahr des mobile Web.

Mobile First

Unter "Mobile First" versteht man, Websites nicht für den Desktop zu gestalten und dann für Smartphones "abzuspecken", sondern genau den umgekehrten Weg zu gehen: Sämtliche Elemente für die kleineren, mobilen Geräte zu planen und dann für höhere Auflösungen "aufzublasen".

Responsive Design

Der wichtige weitere Schritt nach Anpassung des Designs an verschiedene Auflösungen und Devices (und auch Formate) ist jener, die Website responsive zu machen. Das bedeutet, dass sich das Design bei Aufruf automatisch an die Größe anpasst, ohne Weiterleitung oder einen "Splitter" ("Möchten Sie die mobile oder die Desktop-Variante laden?"). Der große Vorteil liegt darin, dass die Links und Inhalte gleich bleiben, egal von welchem Gerät sie aufgerufen werden, und immer optimiert präsentiert werden. Websites, die in diesem Jahr neu geplant werden, werden wohl nicht mehr ohne Responsive Design konzipiert werden.

Mobile Web Marketing

Aber nicht nur Websites werden sich am mobilen Sektor verstärken. Auch das lange angekündigte "Mobile Marketing" kommt nun immer mehr in die Gänge. Page Like Stories funktionieren bei Facebook Ads vor allem auf mobilen Geräten außergewöhnlich gut. Promoted Tweets tauchen mitten im Twitter-Feed auf, ohne zusätzlichen Platz zu verbrauchen und Googles AdWords sind in der mobilen Variante der Suchmaschine eh schon nicht mehr wegzudenken. Von mobilen Bannern bin ich nach wie vor nicht 100%ig überzeugt, lass mich aber gerne eines Besseren belehren. Ich glaube, dass auch hier die kreativen Werbemöglichkeiten weiterhin die Nase vorne haben werden.

Fazit

In a nutshell: Beim Planen von Websites und Kampagnen wird man Rücksicht auf den mobilen Markt nehmen müssen. Ich gehe davon aus, dass das heuer beim Großteil der Agenturen angekommen ist. Deshalb werden nach und nach alle Websites entsprechend umgestellt, bis Websites ohne mobile Optimierung als Exoten gesehen werden.