Was machen eigentlich die Pulpies, wenn sie gerade nicht an einem Kundenprojekt arbeiten? Sie experimentieren mit neuen Technologien. Aus diesen Experimenten ist heuer für das Fifteen Seconds Festival ein Getränkeautomat mit Alexa-Steuerung entstanden. Über diesen konnte man sich per Spracheingabe auf unserem Messestand Bier oder MAKAvA bestellen.

Normalerweise verstauben solche Projekte nach ihrem Einsatz in einem Abstellraum und man ärgert sich, dass man nie die Zeit gefunden hat, „noch viel mehr draus“ zu machen. Weil es aber um Bier geht, haben wir das Ding natürlich nicht in den Abstellraum gestellt, sondern prominent im Essensbereich platziert. Dort hat der Automat täglich seinen Dienst verrichtet und regelmäßig hörte man „Alexa, starte Pulpmedia-Bar!“ durch das Büro hallen.

„Aber man hätte ja noch so viel mehr draus machen können.“

Hätte, könnte, würde, sollte. Scheiß drauf, da machen wir jetzt mehr draus. Wie wäre es, wenn wir das Ding mit einem Chatbot verknüpfen? Und damit kann jeder, der Zugriff auf den Facebook Messenger hat, einem Pulpie ein Getränk ausgeben? Klingt super! Und wir übertragen das ganze in einem Livestream auf Facebook, damit man auch sieht, dass das tatsächlich funktioniert? Jap. Und die lieben Menschen da draußen können uns Nachrichten schicken, damit es noch mehr Spaß macht. „Aber dann schreiben die ganz böse Wörter rein ...“ - No risk, no fun!

Und weil wir nicht nur deppert daherreden, sondern auch gscheit umsetzen, haben wir die Ideen realisiert. Am 20. September 2017, jenem glorreichen Tag, haben die Pulpies in der Arbeitszeit Bier getrunken ... also, ähm ... mehr als sonst üblich.

https://www.facebook.com/pulpmedia/videos/10156316188444573/

Ergebnisse der Aktion „Chatbot Alexa-Getränkeautomat“

Die Zahlen können sich sehen lassen: 3.800 Views (davon 2.000 mehr als 10 Sekunden), zu Spitzenzeiten fast 50 Zuseher gleichzeitig.

Die Reichweite lag bei etwa 13.000, davon 3.000 unique. Es gab 360 aktive Interaktionen.

Was steckt hinter der Aktion „Chatbot Alexa-Getränkeautomat“

Was wir gemacht haben, ist eine eigene Alexa-Skill als Spracheingabe. In einem handelsüblichen Getränkeautomaten haben wir ein Display und ein Amazon Echo verbaut. Über das Display spielten wir eine „Idle“-Animation ein. Sobald Alexa aktiviert wurde, „erwachte“ auch die Animation. Bei erfolgreicher Eingabe löste Alexa die Ausgabe des gewünschten Getränks im Automaten aus. Mit Chatfuel und ein wenig Programmierarbeit haben wir einen Chatbot zusammengebaut, der die externe Interaktion ermöglicht. Aus einer automatisch generierten Slack-Nachricht erfuhren die Pulpies, dass ihnen jemand ein Getränk ausgegeben hat. Zu guter Letzt hat ein Facebook Livestream die Experience abgerundet.

Learnings aus der Aktion „Chatbot Alexa-Getränkeautomat“

Dass Livestreams auf Facebook derzeit für viel Reichweite und bei entsprechendem Inhalt auch für viel Interaktion sorgen, wussten wir schon vorher. Der Multiplikatoreffekt hat uns dann doch überrascht, durch das Teilen des Streams (initial von den Pulpies) wurde eine große organische Reichweite geschaffen.

Chatbots über den Facebook Messenger sind noch nicht so stark im alltäglichen Gebrauch des allgemeinen Users verankert, hier braucht es eine gute Erklärung. Mehr als 150 User haben es dennoch geschafft, fast 200 Getränke auszugeben (wir sind mit dem Befüllen des Automaten fast nicht mehr nachgekommen). Chatbots werden aber immer häufiger für die unterschiedlichsten Aktionen eingesetzt und ich bin überzeugt, dass die Verwendung bald selbstverständlicher ist – wer kann sich noch an die erste verschickte SMS erinnern?

Zu guter Letzt: Bier zieht in Österreich. Fast doppelt so viele Bier wie MAKAvA wurden ausgegeben. Gebt es zu, ihr wolltet uns nur betrunken sehen!

Kreative Weiterentwicklung

Der Chatbot "Alexa-Getränkeautomat" hat sicher noch nicht die letzte Weiterentwicklung gesehen. Die Einsatzgebiete und Möglichkeiten sind vielfältig, wer Ideen hat, immer her damit!