Der Smart Content Day fand am 23. Oktober 2014 in Wien statt. Diesmal ging es nicht, wie im vergangenen Jahr, um das Was und Warum des Content Marketings, sondern um das Wie: Wie setze ich Content Marketing um? Wie überzeuge ich meinen Chef von einer Contentstrategie? Wie vermeide ich typische Fehler? Wie profitieren NGOs oder B2B-Unternehmen von Content Marketing?

Am diesjährigen Smart Content Day wurden noch weitere interessante Fragen aufgeworfen und darüber hinaus kontroverse Thesen aufgestellt. Vor allem von Johannes Vetter, Unternehmenssprecher der OMV, dem größten Industrieunternehmen Österreichs. In seinem Vortrag „Marketing hat im Content nichts zu suchen“ hat er den Begriff Content Marketing und die Lage der aktuellen Kommunikationsindustrie, unter dem Damoklesschwert der Medienkrise, aus Unternehmenssicht kritisch hinterfragt. Wie bereits der Titel seines Vortrages erahnen ließ, erhitzte er mit seinem Ansatz die Gemüter der ZuhörerInnen. Schließlich befindet man sich doch auf einer Content Marketing-Konferenz…

Ein Ansatz am Smart Content Day, der erklärt werden muss

Johannes Vetter vertritt am Smart Content Day die Meinung, dass zwischen einem Unternehmen und dessen Kunden ein unabhängiger Transportweg für Information – beispielsweise ein Journalist - stehen muss, da ohne einen Prüfer die Qualität des Contents leidet und die zu vermittelnden Informationen beim Kunden nicht so ankommen, wie man das eigentlich gehofft hat.

mit Journalist

Vor der Medienkrise wandte sich ein Unternehmen an einen unabhängigen Journalisten, welcher über das Produkt berichtete. Die Übertreibungen des Unternehmens wurden durch diese neutrale Zwischenperson gefiltert und dem Contentempfänger übermittelt. Die Informationen wurden nicht weiter hinterfragt, da das übermittelnde Medium Glaubwürdigkeit ausstrahlte.

ohne Journalist

Laut Vetter fehlt dem Content Marketing jedoch dieser neutrale Transportweg der Information, da der Sender des Contents und dessen Erzeuger aus demselben Unternehmen kommen und deshalb nicht als unabhängige Quelle angesehen werden können. Das führt dazu, dass die Informationen bei deren Empfänger auf Misstrauen stoßen, schließlich fehlt ein neutraler Filter. Dabei ist es egal, erklärte Vetter am Smart Content Day, ob der Sender mit ehrlicher Absicht schreibt - der Empfänger fühlt sich über den Tisch gezogen.

“Wir sind darauf angewiesen, dass man uns wieder glaubt.”

Vetter

Bild

Johannes Vetter hat in gewissem Maße recht: Wer im Content Marketing das Marketing voranstellt und die Qualität des Contents opfert, wird bei seinen Kunden auf taube Ohren stoßen. Die Balance zu halten, hat hier Priorität. Des Weiteren kann man auch in der heutigen Form des Content Marketings auf unabhängige Transportwege des Contents zurückgreifen – beispielsweise durch die Zusammenarbeit mit Opinion Leader.

Vetter will jedoch in Zukunft beide Bereiche völlig voneinander getrennt sehen: „Geschichten eines Unternehmens sollen erzählt werden, aber das sollte abseits der Marketing-Abteilung passieren. Nützliche Inhalte, die nicht mit Logos zuplakatiert werden, stehen dabei im Vordergrund.“

Content und Marketing passen zusammen, man muss nur wissen wie

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass Marketing und Content sehr wohl Hand in Hand gehen können und zwar dann, wenn man sich selbst, als Contenterzeuger, Bodenhaftung gibt. Marketing ist natürlich dafür da, etwas zu verkaufen oder ein Produkt / Unternehmen bekannter zu machen. Tut man das mittels qualitativen Contents, ergeben sich wunderbare Möglichkeiten, denn: Ohne Content erfährt der Kunde erst nach dem Kauf eines Produktes, welchen Nutzen das Gekaufte hat. Erreicht man jemanden jedoch mittels qualitativen Contents, kann man ihm bereits vor dem Erwerb den Mehrwert zeigen, welchen er durch ein bestimmtes Produkt erfährt.

Auf diese Weise kann man sehr wohl Glaubwürdigkeit vermitteln. Content Marketing ist schließlich der Weg hin zum Dialog mit seinen Kunden und keine Informationseinbahnstraße. Wenn man sich das immer wieder ins Gedächtnis ruft, wird man merken, dass Content und Marketing sehr wohl zusammenpassen und gemeinsam ein festes Fundament bilden, auf welches man eine optimale Kundenbeziehung bauen kann.