Wenn man den eigenen Content plötzlich unter einer anderen Domain wiederfindet, kann das nur eines bedeuten: Man wurde Opfer eines Content-Diebstahls. Diese Form von Online-Plagiarismus ist weiter verbreitet, als man vielleicht annehmen könnte und vor allem deutschsprachige Blogs werden in letzter Zeit immer häufiger dupliziert.

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Das steckt dahinter: Warum Content plagiiert wird

Das Ziel der Plagiatsseiten ist meist ein relativ simples: Klicks auf Werbebanner abgreifen, welche auf der Fake-Seite geschalten werden, ohne sich die Arbeit der Content-Kreation antun zu müssen. Ein Blog ist schließlich zeitintensiv und kann erst durch gute Inhalte erfolgreich werden.

Natürlich verfügt eine Seitenkopie nicht über den gleichen Traffic wie das Original, dennoch macht hier Kleinvieh auch Mist: Kopiert ein Täter nämlich mehrere Blogs bzw. erstellt er von einem Blog mehrere Plagiate, kann er auf der einzelnen Seite zwar nur wenige Klick generieren, in der Summe lohnt sich dieses Vorgehen aber durchaus.

Natürlich ärgert man sich sehr, wenn der eigene Content kopiert wurde, da man natürlich sofort an „Duplicate Content“ und einen möglichen Schaden für SEO denkt. Stefan Eckerstorfer, unser SEO-Experte meint jedoch, dass Google mittlerweile sehr gut unterscheiden kann und es deshalb wahrscheinlich zu keinen Rankingverlusten kommt.

Content-Plagiate: Wie man diese finden kann

In den bisher bekanntgewordenen Fällen wurde stets der Domainname des Originals übernommen. Wie es bei der deutschen Reiseseite nieblog der Fall war, trug das Plagiat denselben Namen, lediglich eine andere Top-Level-Domain. So wurde aus http://niedblog.de/ nieblog.com.

Original und Fake Bild von niedblog.

So entdeckt ihr mögliche Duplikate eures Blogs:

1. Bei Domainanbietern wie www.world4you.com/ oder https://www.checkdomain.de/ nachprüfen, welche Top-Level-Domains mit eurem Website-Namen vergeben sind.

2. Besucht diese vergebenen Domains, denn nur so kann man herausfinden, ob diese Seite ein Duplikat der euren ist.

3. Sollte dem so sein, kann man bei https://www.checkdomain.de/ beispielsweise unter „whois“ herausfinden, wem die Domain gehört. Bei duplizierten Seiten findet man hier häufig den Betreibernamen der Originalseite, jedoch mit geänderter Anschrift oder einer falschen Mailadresse bzw. Telefonnummer.

Hat man auf diesem Wege ein Duplikat gefunden, sollte man gegen dieses vorgehen, da es sich hierbei um eine Straftat handelt und niemand will, dass der Täter mit dem Kopieren des eigenen Contents fortfährt.

Der eigene Content wurde kopiert: Was nun?

1. Vorab empfiehlt es sich, einen Beitrag auf der eigenen Seite zu veröffentlichen und nachzusehen, wie schnell dieser auf der Kopie erscheint. Geschieht dies innerhalb kürzester Zeit, kann davon ausgegangen werden, dass jeder Request einfach „gespiegelt“ wird. Obwohl der Server an sich meist nicht betroffen ist, ist es ratsam die Passwörter zu ändern – sicher ist sicher.

2. Zur Beweissicherung sollte man Daten sammeln, also beispielsweise Screenshots vom Duplikat – insbesondere der Impressumsseite –machen, da man auf diese vielleicht als Beweismaterial zurückgreifen muss, wenn man sich dazu entschließt, Strafanzeige gegen Unbekannt zu stellen.

3. Nachdem man in Erfahrung gebracht hat, wo die Domain des Plagiats registriert wurde, sollte man sich schriftlich an die jeweilige Vergabestelle wenden, auch der eigenen Domainhost sollte verständigt werden. In den meisten bisher bekanntgewordenen Fällen von Content-Plagiarismus wurde die Domain beim US-Anbieter GoDaddy registriert, da dieser Registrierungen nicht genauer prüft.

4. Weiters sollte man den fremden Server mittels einer IP-Sperre den Zugriff auf den Blog verwehren. Obwohl das keine langfristige Lösung ist, da der Täter wahrscheinlich daraufhin seine IP-Adresse ändert, sollte man auf diesen Schritt nicht verzichten. Eine Anleitung für das Sperren einer IP-Adresse findet man hier. Man kann sich aber auch an den eigenen Hoster wenden, damit dieser die abgrasende IP-Adresse sperren lässt. Sollte der Content immer wieder von einer IP-Adresse desselben Providers abgegriffen werden, kann man die komplette IP-Range sperren lassen.

5. Es ist auch von Vorteil, auf der eigenen Seite auf das Plagiat aufmerksam zu machen, da dieser Hinweis ebenso ins Plagiat gespiegelt wird. Tut man dies sehr plakativ auf der Startseite, wird dieser den Besucher der eigenen Seite und jenen der Kopie sofort auffallen.

Achtung Plagiat Je auffälliger der Plagiatshinweis auf der eigenen Seite ist, desto mehr Besucher des Plagiats werden auf diesen Vorfall aufmerksam.

6. Ein weiterer wichtiger Schritt ist einen Change Request beim Provider durchzuführen, um die Fake-Seite zu übernehmen. Das funktioniert mittels eines Formulars auf der Seite und erfordert eine Verifizierung mittels Ausweisdokumente. Dieses Ansuchen wird in der Regel innerhalb von fünf Tagen bearbeitet und garantiert euch bei positiven Ausgang die Kontrolle über das Plagiat.

7. Lässt sich der Betreiber des Plagiats eruieren, sollte man sich überlegen, ob man rechtliche Schritte einleiten will oder nicht.

Auch geistiges Eigentum muss geschützt werden

Jeder Betreiber einer mit Content gefüllten Website kann Opfer eines Content-Plagiats werden. Behält man jedoch einen kühlen Kopf, geht gegen die Täter Schritt für Schritt vor und beweist Ausdauer, kann man diesen das Handwerk – zumindest auf der eigenen Seite – legen. Dennoch sollten Domainanbieter genauer prüfen, wer zu welchem Zweck eine Domainadresse anmeldet.

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Habt ihr bereits Erfahrungen mit Content-Plagiaten gesammelt? Ich würde mich über einen Austausch mit euch freuen!