Wie im Vorjahr trat Paul Lanzerstorfer auch dieses Jahr wieder am ContentDay in Salzburg als Speaker auf (hier das Live-Video seines Vortrags). Und wie auch schon letztes Jahr war ebendieser ContentDay auch im Jahr 2017 ein absolutes Highlight. Im gemütlichen Ambiente des Crowne Plaza Salzburg gab es am Vormittag einen bzw. am Nachmittag zwei Tracks mit Speakern, die parallel ihre Vorträge abhielten.

If Content is King, Context is God

Der Kontext war bei den Vorträgen am ContentDay ständiger Begleiter. Zum einen war da Daniel Rehn, der das Zeitalter des Übergangs von Social Media zu Emotional Media beschwor und Influencer als "die kleine Schwester, die wir gerne hätten, aber nicht haben - und die uns trotzdem ein Shampoo um € 3,50 verkaufen kann" bezeichnete. Um in dieser Welt Erfolg zu haben, muss es gelingen, die eigene Blase zu verlassen - und das bedeutet Mut. Vor allem müssen Strategien entwickelt werden, um Micro Influencer zu erreichen. Diese funktionieren zwar nur in kleinerem Kreis - also im Kreise ihrer Bekannten und ihres kleinen Follower-Kreises - sie sind aber die besten Befürworter. Denn wenn sie etwas weiterempfehlen, ist das eine ehrliche Empfehlung und kommt auch so bei ihren Followern an. “Bitte mach die Story, hier ist die Kohle” funktioniert laut Rehn sowieso schon lange nicht mehr.

Wie man zu den 26 % gehört

Stefan Häckel warnte eindringlich vor der übermenschlich großen Menge an Content, in der wir alle “ersaufen”. 5.000 Marketing-Botschaften erreichen einen durchschnittlichen Internet-User pro Tag, 90 % der auf YouTube hochgeladenen Videos erreichen weniger als 100 Views. Ohnehin könnten die User auf 74 % der Brands in ihrem Feed ganz einfach verzichten. Wie gehört man also zu jenen 26 % der Content-Producer, die gerne konsumiert werden und unverzichtbare Inhalte liefern? Laut Häckel muss man dazu einen wertvollen Beitrag zur Alltagskultur liefern und es den eigenen Stories auch einmal erlauben, nichts zu verkaufen. Content soll kein Ergebnis mehr sein, sondern eine Denkweise. Und schlussendlich geht es nicht darum, mehr Budget zur Content-Produktion zu haben als andere, sondern darum, etwas aus dem Budget zu machen, was von den Usern als relevant angesehen wird. Dazu ist es eben notwendig, den Content in den richtigen Kontext zu setzen.

Datenmessung: Klasse statt Masse

Und dann war da noch Jürgen Schmidt, der über die richtige Nutzung von gemessenen Daten sprach. Sehr eindringlich war seine Geschichte vom Kauf eines Kinderwagens. Kurze Zeit, nachdem er ebendiesen abgeschlossen hatte, erreichten ihn per Retargeting erneut die Anzeigen, die ihn vom Kauf genau jenes Kinderwagens überzeugen wollten, den er bereits besaß. Dieser Kinderwagen verfolgte ihn schließlich nach dem Kauf noch neun lange Monate. Das ist dann laut Jürgen Schmidt ungefähr so wie ein Kellner, der einem Gast nach dem Verzehr einer Suppe ungefragt gleich die nächste Suppe zu Tisch liefert.

Außerdem brachte Schmidt ein eindrucksvolles Beispiel eines Schweizer Unternehmens, welches über die Jahre 17 Mio. Datensätze von 6 Millionen Menschen gesammelt hatte und eigentlich gar nicht wusste, was es mit diesen Daten anfangen sollte. Schmidt mahnte dazu, weniger Datensätze zu sammeln und stattdessen genauer zu überlegen, wie man mit diesen solche Anreize setzen kann, die User von der Brand überzeugen.

Dazu müsste man erst einmal überlegen, welche Daten der erreichten Personen praktisch unveränderlich sind und welche man in Echtzeit mittracken muss, um im richtigen Moment den richtigen Content zu liefern. Dann schlug er noch einmal den Bogen zu seinem Kinderwagen-Kauf: “Wenn jemand Papa wird, hat jede Anzeige und jeder Werbetreibende, der nicht darauf reagiert hat, sofort verloren.”

Besonderer Dank an die Organisatoren

Besonders herausheben möchten wir zum Schluss noch die angenehme Atmosphäre am ContentDay, die den Austausch mit anderen Experten der Branche erlaubt und vor allem auch fördert. Auch die Kompetenz und die freundliche Art ebendieser Experten machten es möglich, dass wir vom ContentDay auch abseits der Vorträge einiges mitnehmen konnten. Eines ist sicher: Wir sehen uns wieder - gleich nächstes Jahr!

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