Vor einigen Wochen hat Google den Mobile-First-Index angekündigt und testet diesen bereits intensiv. Wie Sie sich darauf vorbereiten sollten, lesen Sie in diesem Blogpost.

Die meisten Suchanfragen bei Google erfolgen über Mobilgeräte. Die Rankings der Suchmaschine basierten bislang aber noch auf jenen Anfragen, die über den Desktop abgerufen werden. Wenn sich der Inhalt einer mobilen Webseite von jenem der Desktopversion unterscheidet, führt das zu Problemen. In Zukunft werden für das Ranking nur noch die Daten aus den mobilen Versionen genutzt und auch an die Desktopbenutzer ausgespielt.

Welche Änderungen ergeben sich dadurch?

Unabhängig vom Google Ranking ist es heutzutage erforderlich, Webseiten für mobile Geräte zu optimieren, um dem realen Nutzungsverhalten der Webseitenbesucher zu entsprechen. Sollte dieser Schritt in Ihrem Unternehmen noch nicht erfolgt sein, sollten Sie das so schnell wie möglich nachholen.

Design

Ist eine Website bereits responsive oder mit einem dynamischen Design gestaltet und der primäre Content unterscheidet sich nicht wesentlich von der Desktopversion, besteht kein dringender Handlungsbedarf.

Wurden für verschiedene Devices tatsächlich auch unterschiedliche Versionen erstellt, ist es ratsam, den Content an die bisher schon gut rankende Desktopversion anzupassen.

Hier ein paar Tipps für die Erstellung eines mobilen Designs:

  • Niemals Flash verwenden: Apple hat Flash schon lange für Mobilgeräte eliminiert. Da also viele Mobilenutzer Flash nicht einmal mehr sehen können, sollte es weitestgehend vermieden werden. Am besten ist es, man verwendet HTML 5 oder Java für die Mobileversion.

  • Pop Ups sind Conversion Killer: Pop Ups können auf dem Desktop schon sehr ärgerlich sein. Noch nerviger sind diese allerdings auf mobilen Geräten, wenn der gesamte Bildschirm davon bedeckt wird. Solche Elemente hindern den User daran, eine Conversion auszuführen und erhöhen somit die Absprungrate. Wenn möglich, sollte man bei der mobilen Version weitestgehend auf Pop Ups verzichten.

  • Form follows Function: Für eine mobile Version ist es wichtig, das Design so zu gestalten, dass der User sämtliche Navigations- und Klickmöglichkeiten gut mit dem Finger bedienen kann. Buttons sollten also nicht zu klein sein, wichtige Aktionen sollten eher im unteren Drittel platziert werden. Dort sind sie einfach mit dem Daumen erreichbar.

Onpage

Canonicals, die bei der mobilen Version gesetzt wurden, müssen nicht geändert werden. Google wird diese Links weiterhin verwenden, um die richtigen Inhalt für Desktopuser zu finden.

H1 und andere Meta Daten sowie die strukturierten Daten müssen sowohl bei der Desktopversion als auch bei der mobilen Versionen zu finden sein. Ob diese alle richtig eingebunden sind, kann ganz einfach mit dem Testing Tool von Google überprüft werden.

Bei der Optimierung von Titles und Description muss besonders darauf geachtet werden, die wichtigen Dinge auf den Punkt zu bringen. Dabei gilt zu beachten, dass bei der mobilen Ansicht weniger Platz zur Verfügung steht.

Webseitenbetreiber, die bislang nur die Desktopversion in der Search Console angelegt haben, sollten nun auch die mobile Version dort eintragen und bestätigen lassen.

Page Speed

Für die Bewertung der Website wird nun auch der Page Speed der mobilen Version herangezogen. Bilder mit besonders großer Dateigröße sind auf mobilen Geräten ein Indikator für lange Ladezeiten. Diese sollten unbedingt vermieden oder optimiert werden.

Um den Page Speed zu verbessern, kann außerdem mit dem Browser Cache gearbeitet werden. Dieser speichert Webseiten-Files lokal auf den Geräten der User. So wird die Seite beim wiederholten Besuch schneller geladen.

Ab wann wird der mobile Index Einfluss nehmen?

Wie bereits erwähnt, hat Google schon mit dem Testen des mobilen Index begonnen. In dieser Phase gibt es noch 2 Indizes – Desktop-First und Mobile-First. Dies ist allerdings nur in der Rolloutphase der Fall. Im Blogpost von Google wird klar gemacht: es wird nur einen Index geben. Sollte die Testphase positiv ausfallen, so wird dies mit großer Wahrscheinlichkeit der Mobile-First-Index sein. Aktuell wird man aber noch nicht viel von diesem merken, da ihn Google nach und nach an immer mehr Personen ausspielen wird.

Um auf die Änderungen bestmöglich vorbereitet zu sein, sollten die erforderlichen mobilen Optimierungen nun durchgeführt werden. Wer noch über keine mobile Version seiner Website verfügt, sollte diesen Schritt schnellstmöglich nachholen, denn über kurz oder lang wird die Bedeutung der mobilen Internetnutzung immer weiter zunehmen.