Sven Wiesner hielt das Versprechen, das er bei der Marketing Rockstars-Konferenz in Graz im Titel seiner Master Class gab – er war die frische Brise aus Hamburg St. Pauli. Der Vorstand der beebop media ag gab sich in seinem Vortrag als Trendsetter und stellte die sieben Trends im Online Marketing vor.

1. Content Hub statt Kanalsalat

Da Facebook immer wieder den Algorithmus ändert und es für Unternehmen immer schwieriger wird, hohe organische Reichweiten zu erzielen, ist es von Vorteil, den Content unabhängig der Social Media-Plattformen zu verfassen – am besten auf der eigenen Seite – und Social Networks anschließend nur zum Teasern des Geschriebenen heranzuziehen. Es zählt schließlich die Idee und die Geschichte. Denkt man kanalübergreifend an den perfekten Content, kann das nicht nur das eigene Online Marketing vereinfachen, sondern beschert einem auch höheren Traffic auf der eigenen Seite.

2. Besser schnell statt perfekt

Die Online-Welt ist eine schnelle und das Zeitfenster für die Verwirklichung toller Ideen meist ein kleines. Daher ist es oftmals besser, wenn man an innovativen Ideen oder Produkten nicht so lange herumfeilt, bis sie perfekt sind, sondern die Chance wahrnimmt und mit etwas Online geht, was in manchen Teilen vielleicht noch nicht ganz ausgereift ist. Sven Wiesner ist davon überzeugt, dass es oftmals besser ist eine Alphaversion zu veröffentlichen, als ein über Jahre gereiftes Produkt – denn oft zählt jede Minute, wenn man der Erste sein will.

3. Clevere Nutzung statt Datenchaos

Smart Data – das ist, laut Sven Wiener, die Währung der Zukunft, denn durch clevere Datennutzung kann man einen echten Mehrwert schöpfen. Der Mensch lebt schließlich immer vernetzter und immer mehr seiner Daten werden gesammelt. Das stört ihn nur dann nicht, wenn er einen Vorteil aus seinen gesammelten Daten ziehen kann und diese nicht in unbekannten Kanälen verschwinden. Das ist der Punkt, an dem Unternehmen ansetzen sollten: Von vorgeschlagenen Playlists auf Spotifiy, die dem User aufgrund der bisher gehörten Songs präsentiert werden, bis hin zu Banken, die den Kunden dann informieren könnten, wenn er beispielsweise einen zu teuren Stromvertrag hat und es günstigere Alternativen für ihn gäbe. Wenn der Kunde durch die Datenverwertung profitiert, kann das nur positiv auf das Unternehmen zurückfallen.

4. Wearables statt Stand-PC

Die clevere Nutzung von Daten wird auch deshalb immer wichtiger, weil der Kunde diese auch für sich selbst mittels Wearables sammelt, um so beispielsweise die eigenen sportlichen Aktivitäten zu tracken. Die Bedeutung von Wearables und mobilen Geräten wird in Zukunft zunehmen. Wer sitzt denn wirklich noch am Schreibtisch vor dem heimischen Stand-PC und steigt so ins Internet ein? Kaum jemand. Die Mobile Devices haben den herkömmlichen Computer abgelöst. Dieser Trend ist zwar kein neuer, aber die Smartwatch von Apple und andere Wearables werden die mobile Internetnutzung in Zukunft noch verstärken. Wer mobile User nicht berücksichtigt und wessen Website nicht responsive ist, der hat die letzten Jahre wohl verschlafen.

5. Mikro- statt Makro-Communities

Facebook ist zwar immer noch eine Social Media-Plattform, die wohl jeder von uns mindestens einmal täglich besucht, dort aber auch regelmäßig etwas zu posten, das wird immer seltener. Die Menschen ziehen sich online nämlich immer häufiger in Mikro-Communities zurück. Ich bemerke diesen Rückzug aus der digitalen Öffentlichkeit hin zur Privatheit auch an mir selbst: Mein letztes Facebook-Posting habe ich am 3. April veröffentlicht, den letzten Eintrag in einer geschlossenen Facebook-Gruppe habe ich hingegen heute verfasst. Diesen Trend darf man als Online-Marketer nicht übersehen, denn es heißt, neue Wege finden, um die Zielgruppe zu erreichen. Ob diese über Whatsapp und Snapchat führen, wird die Zukunft sicher zeigen.

6. Digital Balance statt Dauersurfer

Die Onliner ziehen sich nicht nur in Mikro-Communities zurück, sondern versuchen auch eine Art der digitalen Balance zu finden. Egal ob Handyverbot beim gemeinschaftlichen Abendessen, ein Wochenendausflug ohne Smartphone oder Fortgehen ohne peinliche Fotos auf Facebook zu stellen - immer öfter nimmt man sich bewusst eine Auszeit von der Online-Welt. Um die Zielgruppe online zu erreichen, muss man auf tolle Ideen und großartigen Content setzen.

7. Clevere Headlines statt Clickbait-Fallen

Die Headlines aus dem Jahr 2014 wurden von Clickbaits dominiert – dieser Trend ist nun (zum Glück) fast wieder vorbei. Aus den Mechanismen der verlockenden Clickbait-Fallen kann man jedoch einiges lernen. Neugierde schüren und dabei qualitativ hochwertige Inhalte zu teasern, dass ist der Schlüssel zu klickstarkem Content im Jahr 2015.