Facebook war ja ursprünglich als soziales Netzwerk zwischen Personen gedacht und nicht als Plattform für Marken, Unternehmen oder Spaßmacher-Agenturen. Im Zentrum von Facebook sollten also Menschen und ihre sozialen Beziehungen zueinander stehen - und eine romantische Liaison kann getrost als der Höhepunkt einer sozialen Beziehung bezeichnet werden.

Finde deinen Lebensmenschen auf „Spotted“ oder werde „VERSpotted“

spottedDiverse Facebookseiten mit dem Titel „Spotted“ haben sich genau diesem Gedanken verschrieben und helfen Menschen, in Kontakt zu treten. Dabei handelt es um Fan-Seiten, die sich einer gewissen Lokalität widmen, beispielsweise „Spotted: FH Hagenberg“, um unserer nähren Umgebung Aufmerksamkeit zu schenken, und deren Administratoren quasi Kontaktanzeigen posten.

Es funktioniert in etwa so: Ich sehe einen attraktiven Menschen an besagtem Ort und aus verschiedensten Gründen gelingt es mir nicht, mein Interesse an der Person kund zu tun. Ich schicke also eine charmante Personenbeschreibung als Nachricht an die Administratoren der „Spotted“-Facebookseite. Diese posten meine Beschreibung (meine Person bleibt vorerst anonym) und im Idealfall liest die Person im Zentrum meines Interesses den Beitrag, fühlt sich geschmeichelt und fragt dann nach mir. Wie oft das Szenario nach diesem idealen Schema abläuft ist mir nicht bekannt. Im weniger idealen Fall wird die Suche nach meinem Lebensmenschen ignoriert und im schlechtesten Fall wird mein Ansuchen mit Spott und Häme überhäuft. Angesichts der großen Erfolge der „Spotted“-Seiten muss es aber häufig wie im beschriebenen Idealfall ablaufen.

Rede nicht um den heißen Brei: Bang With Friends

BangGegen Ende Jänner dieses Jahres hat eine neue Facebook-App die Aufmerksamkeit der Community erregt. Um mehr als nur oberflächliche Beziehungen zu mehr oder weniger bekannten Freunden auf Facebook zu unterhalten, führt die Anwendung Facebook-User online einander näher und gipfelt in einer Begegnung abseits des Netzes.

Die Rede ist von „Bang With Friends“. Während bei „Spotted“ viele Schritte durchlaufen werden müssen (das Verfassen einer Beschreibung, das Senden einer Nachricht, die erste Kontaktaufnahme mit der oder dem Angebeteten und mindestens drei Dates, um den sozialen Konventionen Genüge zu tun), verspricht „Bang With Friends“ einen unkomplizierten und schnellen Weg zum Tête-a-Tête.

Über BangWithFriends.com gelangt man zur Facebook-App die lediglich Zugriff auf deinen Namen,dein Profilbild, dein Geschlecht, deine Netzwerke deine Nutzernummer, alle deine öffentlichen Informationen und deinen Beziehungsstatus mit allen angegebenen Details erhält. Bei letzterem kann ich euch beruhigen, dass es sich hierbei nicht um einen kisskissbangbang3restriktiven Moralkodex der Entwickler handelt, sprich als liierte Person können auch verheiratete Frauen und Männer zum One-Night-Stand aufgefordert werden. Nachdem man also die App akzeptiert hat, gelangt man zu einem übersichtlichen Board mit (wahlweise) allen Facebook-Freunden, also beider Geschlechter. Jetzt müssen nur noch die favorisierten Freunde ausgewählt und der „Down to Bang“-Button gedrückt werden. Diese werden von deinem Ansuchen erst erfahren, wenn sie selbst dieses Prozedere durchlaufen und dich auserkoren haben. Die frohe Botschaft erhält man als E-Mail, woraufhin man zur Webseite der Betreiber verlinkt wird, wo ein „privater“ Chatroom zwischen den „friends with benefits“ auf einen warten.

Wie wir gesehen haben, funktioniert Facebook auch tadellos als Partnervermittler. Gekonnte Selbstdarstellung der User, Fan-Gemeinschaften oder Marken sowie laufend neue Infos von favorisierten Unternehmen, öffentlichen Persönlichkeiten und Journalisten machen Facebook interessant. Als soziales Netzwerk stehen die Beziehungen zwischen den Usern im Vordergrund und Ideen wie „Spotted“ und „BangWithFriends“ sorgen dafür, dass die zwischenmenschliche Kontaktaufnahme nicht digital bleibt ;)

P.S.: In der neuen Facebook Graph Search kann man sich auf die Suche nach Freunden oder Freunden von Freunden machen, die ebenfalls „Bang With Friends“ verwenden.