Jetzt ist es raus – Chris Cox, Chief Product Officer bei Facebook, lässt bei Bloomberg die Bombe platzen: Die Facebook Reactions kommen! Und zwar schon bald.

Seit Jahren wird von Usern ein Dislike-Button auf Facebook gefordert, vor Monaten wurden die daraus resultierende Emoji-Palette von Mark Zuckerberg angekündigt und nun werden die Facebook Reactions weltweit ausgerollt.

Facebook Reactions – was ist das?

Die Einführung eines von den Usern gewünschten Dislike-Buttons wäre eine allzu brutale Funktion gewesen, schließlich gibt es zwischen „Gefällt mir“ und „Gefällt-mir-sowas-von-überhaupt-nicht“ unzählige Gefühlsfacetten. Das sieht auch Chris Cox so und schlug Mark Zuckerberg deshalb eine Emotionspalette anstatt eines Dislike-Buttons vor. Obwohl dieser der Umsetzung zusagte, zog sie sich in die Länge. Im Oktober 2015 war die Entwicklung der Facebook Reactions dann aber doch soweit fortgeschritten, dass Mark Zuckerberg deren Einführung ankündigte. Nachdem diese nun in Spanien, Irland, Chile, Kolumbien, auf den Philippinen und zuletzt in Japan erfolgreich getestet wurden, wird die weltweite Ausrollung des neuen Facebook-Features nur mehr einige Wochen auf sich warten lassen.

So sehen die Facebook Reactions aus

Anstatt Postings wie bisher einfach nur zu liken oder zu ignorieren, kann man in einigen Wochen mit Hilfe von Facebook Reactions zwischen den Gefühlsregungen "Love", "Haha", "Wow", "Sad" und "Angry" wählen. Am Desktop wird das neue Feature dann erscheinen, wenn man mit der Maus über den Like-Button fährt. Auf mobilen Geräten erscheinen die Emojis dann, wenn man den Like-Button gedrückt hält.

Das sind die Emojis Bild von Socialmediatoday

Obwohl zu Beginn der Testphase sechs verschiedene Emotionen in den Facebook Reactions zur Auswahl standen, wurde das geplante „Yay-Emoji“ wieder von der Palette gestrichen, da Testuser dieses häufig falsch verstanden.

Tod dem Yay Emoji Das "Yay-Emoji" hat die Testphase leider nicht überlebt.

Warum die Facebook Reactions essentiell sind

Facebook hat sich aus verständlichen Gründen gegen einen knallharten Dislike-Button entschieden, eine Veränderung in Sachen Like-Button musste aber dennoch vorgenommen werden. Und zwar deshalb:

Für viele User sind Emojis lächerlich, Kinderkram oder einfach nur lästig. Für andere wiederum das einzige Mittel, um Gefühle in einem Text ausdrücken zu können oder dem Geschriebenen einen gewissen Witz zu verleihen. Das zu Facebook gehörende Instagramteam hat auf Instagram Engineers hierzu einen Graphen veröffentlicht, der zeigt, dass Emojis eine stetig steigende Verwendung finden. Wo 2010 ein Zwinkersmiley noch Seltenheitswert hatte, so sind 2015 bereits 40 % aller Instagramtexte mit Emojis versehen. Tendenz steigend.

Auch auf Facebook kann man im eigenen Stream dem Siegeszug der Emojis quasi live zusehen. Es war also höchste Eisenbahn, dass Facebook auf den Smiley-Zug aufspringt und den Usern das bietet, was sie sich wünschen: Eine Diversifikation des veralteten Like-Buttons.

Das wird sich durch die Facebook Reactions verändern

Keine Panik vor den Facebook Reactions, denn im Grunde bringen sie uns Marketer einige Vorteile – wenn man sich drauf einlässt. Im Zeitalter des Like-Buttons haben Unternehmen auf Facebook alles unternommen, um den Fans zu gefallen und ihnen ein hart erarbeitetes „Like“ abzuringen. Schließlich gab es keine Alternative zum Like – der Fan konnte ein Posting durch ignorieren abstrafen oder sein Gefallen ausdrücken. Mehr nicht. Das ändert sich jetzt!

Hat man früher von kontroversen Postings abgesehen, weil diese zu keiner Interaktion mittels des Like-Buttons führten. Jetzt können auch Inhalte auf Facebook gestellt werden, die „angry“ oder „sad“ machen. Diese Entwicklung wird durch die neue Änderung des Newsfeed Algorithmus noch zusehens unterstützt: Im Newsfeedranking geht es nun vielmehr um die Userrelevanz des Postings und nicht um Likes. Das heißt, man muss nicht immer gefallen, sondern für die Fans relevant sein und das geht auch durch traurige Emojis.

Ein zweiter wichtiger Vorteil der Facebook Reactions sind die Insights, die sie bieten. Hat der Fan einer Seite es leichter seine Gefühle zu einem Posting mitzuteilen, kann dies der Maketer nutzen, um seinen Content den Fans besser anzupassen. Wurde man früher durch schlichtes Ignorieren abgestraft, weiß man jetzt, was den Fans nicht gefällt. Und mal ganz ehrlich: Viele „angry“-Angaben sind immer noch besser als ein kollektives Schweigen der Fans.