Die Gerüchteküche brodelte stark, angesichts des Vorwurfs gegenüber dem sozialen Netzwerk Facebook, es würde die Reichweiten von Beiträgen absichtlich drosseln, um das Tool "Promoted Posts" gut verkaufen zu können. Anlass zur Diskussion gab vor allem ein Blogposting von Dangerous Minds und die gleichzeitig neu implementierte Funktion der so genannten "Promoted Posts".

Die Funktion erlaubt es Seitenbetreibern, durch vereinfachte Ad Erstellung, ihre Beiträge zu verstärken. Direkt bei der Erstellung einer Statusmeldung kann der Administrator eine passende Werbeanzeige auf Facebook in Auftrag geben, eine Vereinfachung bei der Erstellung der bisherigen "Sponsored Story Page Post Ads”.

Der Irrglaube zur Facebook Reichweite

Viele Fanpage Besitzer glauben, dass ihre Beiträge eine Reichweite von 100% besitzen, was de facto falsch ist. Facebook nannte bereits im Februar diesen Jahres eine tatsächliche Prozentzahl von 16% Reichweite, die sich nicht nur nach dem Facebook Algorithmus (Edge Rank) richtet, sondern vor allem auch nach dem Besuchsverhalten der NutzerInnen. So kann die Reichweite beispielsweise stark beeinrächtigt werden, wenn die Fans zur Zeit der Beitragsveröffentlichung offline sind oder kaum Engagement zeigen, sobald das Posting veröffentlicht wird.


Die Anpassungen, die Facebook im September offiziell im September 2012 am Edge Rank vornahm, beeinflussten die Reichweiten, entgegen gängiger Verschörungstheorien, ebenfalls nicht. Im Gegenteil, Analysen von PageLever veranschaulichen sogar etwa, dass qualitativ gut publizierende Seiten einen Reichweitenschub verzeichnen konnten.

Gründe für den Reichweitenabfall

Mittlerweile zählt Facebook über 900 Millionen NutzerInnen weltweit und diese erweitern ihre Verbindungen täglich. Kein Wunder also, dass auch die Anzahl der konkurrierenden Beiträge im Newsfeed konstant zunimmt. Somit sinkt die Interaktion bei Beiträgen und eine Facebook Page muss starke Reichweiteneinbußen hinnehmen.

Einen nicht unerheblichen Faktor, wenn es um den Reichweitenabfall geht, bieten die Spam-Meldungen. Viele Unternehmen veröffentlichen häufig und vor allem uninteressante Inhalte, welche die NutzerInnen mittlerweile schnell und einfach mittels Drop Down Feld als Spam markieren und melden können. So möchte das soziale Netzwerk vermeiden, dass seine NutzerInnen von einem Schwall an Spam-Meldungen belästigt werden.

Die Conclusio aus dem Ausflug in die Facebook Gerüchteküche: "Viel Lärm um nichts." - Wer seine Facebook Page pflegt und Arbeit investiert, braucht sich auch um die Reichweite seiner Seite keine Sorgen zu machen.