Jetzt ist es also da, das neue Facebook Baby und es hört auf den schönen Namen Graph Search. Es handelt sich dabei kurz gesagt um eine neue Generation der Websuche, die sich auf das soziale Netzwerk beschränkt und die vier Suchfaktoren Interessen, Fotos, Menschen und Orte bevorzugt.

Durch die Kooperation mit der Suchmaschine Bing werden zusätzlich auch Netzwerk-externe Suchergebnisse angezeigt. Doch eine "normale" Websuche á la Google soll Graph Search nicht sein. Denn im Gegensatz zu dieser, möchte die soziale Suchmaschine Direktantworten liefern, so Facebook CEO Mark Zuckerberg. Die Nutzer geben Fragen oder Schlüsselwörter in das Suchfeld ein und erhalten, teilweise auch mittels Autocomplete, Ergebnisse zu den Bereichen Interessen, Personen, Fotos und Orte.

Was kann Graph Search?

Menschen finden

Graph Search ermöglicht es den Facebook NutzerInnen, andere Menschen auf Facebook schnell und unkompliziert zu finden. Wer die bisher existierende Suchfunktion des sozialen Netzwerks kennt, wird nur allzu gut nachvollziehen können, wieso hier eine Grundüberholung längst fällig war. Man kann hier auch komplexere Suchanfragen angeben, wie etwa "Menschen, die in meiner Firma arbeiten und gerne Fußball spielen" oder "Menschen, die Robert heißen und mit Franz befreundet sind". Letzteres Beispiel eignet sich besonders, um nach dem richtigen Namen einer entfernt bekannten Person zu suchen.

Bilder entdecken

Die neue Funktion ermöglicht auch die einfache Filterung von Fotos, wie "Fotos meiner Familie vor 1995". Facebook betont hier, dass es zu keinerlei Privatsphäreverletzungen kommen kann. Es werden lediglich Fotos gezeigt, die bereits zuvor von dem/der UserIn zugänglich gemacht wurden.

Interessantes finden

Auch in Sachen Interessen bietet die soziale Suchmaschine Antworten. Will man beispielsweise Filme finden, die von den Freunden besonders geschätzt werden oder man sich mit Scorsese Fans kurzschließen möchte, ist Graph Search sicher das richtige Tool.

Orte entdecken

Wer bei der Suche nach einem neuen Thai Restaurant nicht daneben greifen möchte oder einen wirklich "guten" Orthopäden sucht, liegt mit der Graph Search ebenfalls nicht falsch. Da Facebook bei seinem Scan nach "Likes" sucht, bekommt man auf letztere Beispielanfragen nur Vorschläge, die von der Nutzergemeinde "geliked" werden und so zu sagen hoch im Kurs liegen.

Dieser Suchaspekt scheint vor allem für Marken und Unternehmen interessant. Wer in der Graph Search ganz oben rangiert, darf sich freuen.

Graph Search - Potenzielle Gefahr für die Privatsphäre?

Facebook betont, dass durch Graph Search keine Gefahr für die Privatsphäreeinstellungen besteht. Alles, was bisher von den UserInnen zugänglich gemacht wurde, wird aufscheinen. Private Inhalte bleiben nachwievor verborgen.

Die Privatsphäreeinstellungen werden, im Gegenteil, sogar einfacher handhabbar sein, so Facebook. Es wird eine neue Funktion geben, mittels welcher Tags gelöscht werden können und gleichzeitig direkt eine Nachricht an die Person geschickt werden kann, die für die Veröffentlichung des Fotos verantwortlich ist.

Conclusio

Mit der Graph Search hat Facebook sicherlich ein neues Zeitalter der Websuche eingeläutet. Inhalte aus dem World Wide Web und soziale Informationen gehen bei den Ergebnissen Hand in Hand. Spannend wird das ganze natürlich auch für die entsprechende Suchmaschinenoptimierung: Kaufen von Suchresultaten zu Marketingzwecken wäre aus Facebook-Sicht eigentlich eine lohnenswerte Idee, derzeit ist dies aber nicht möglich.

Man kann sich für den Beta Test von Graph Search in der English (US) Version bereits anmelden. Wer sich registriert, wird auch über die kommenden Versionen in weiteren Sprachen informiert. "Let the testing begin!"