Ingress - Ein Virtual Reality Game von Google

von Ulf Weihbold

05. Dezember 2012

In den Untiefen des Cyberspace herrscht Krieg. Nur wenige Eingeweihte wissen davon und kämpfen mit. Zwei Fraktionen kämpfen gegen einander: Die "Enlightened" in Grün gegen die "Resistance" in Blau. Gegnerische Portale werden angegriffen und manchmal gewonnen, meist jedoch verloren. [divider]

Ein Google Spin-Off namens Niantic Labs hat vor ca. 3 Wochen das Spiel (läuft derzeit nur unter Android) als invite-only beta herausgebracht. Die Einladungen sind im Moment noch sehr rar. Auf der Website kann ein Invite angefordert werden und auf Facebook und Google+ wurden bereits [highlight]mysteriöse Fanpages[/highlight] angelegt. Auch dort kann ein Invite (gegen liken, plussen und sharen) angefordert werden.

Die Story ist relativ simpel und schnell erklärt: Ingress will kein simples "Spiel" sein. Im Zuge der Forschung am CERN Institut wurde die neue Materie "Exotic Matter" (XM) entdeckt. XM muss als Ressource gesammelt werden. Hat man genügend XM gesammelt, kann man damit ein [highlight]"Portal" übernehmen[/highlight]. Diese Portale können miteinander verbunden werden. Sobald insgesamt [highlight]drei Portale ein Dreieck bilden[/highlight], gilt dieses [highlight]Territorium als "besetzt"[/highlight]. Das erklärte Ziel besteht darin, das Territorium für die eigene Fraktion so gut es geht, zu vergrößern.

Die Umsetzung ist schlicht als "genial" zu bezeichnen, das Spielerlebnis ist eindeutig "real".

[video ]http://www.youtube.com/watch?v=92rYjlxqypM[/video]

Es bleibt jedoch folgende Frage offen: Was steckt hinter Googles neuestem Prachtstück?

Was im Video schnell ersichtlich wird: die "[highlight]Portale[/highlight]", die eingenommen werden müssen, liegen zufälligerweise auf sogenannten [highlight]"Landmarks"[/highlight], sprich großen Plätzen, Statuen und ähnlichem. Falls man als Spieler in einem Gebiet gänzlich ohne Portale spielen will, kann die [highlight]Positionierung eines neuen Portals einfach vorgeschlagen werden[/highlight]. Dazu reicht es schlicht und einfach, einen Schnappschuss davon zu machen. Da dieses Foto mittels Smartphone aufgenommen wird, werden somit direkt auch die GPS Daten übermittelt.

Was Google also eigentlich mnit dem Spiel bezweckt, ist eine [highlight]außergewöhnliche Kampagne, um Daten zu sammeln[/highlight], ein "Databait" so zu sagen:
Es werden nicht nur Daten zu speziellen Fußgängerrouten, sondern auch Fotos von wichtigen "Landmarks" eingesammelt. Daten wie diese, könnten in die Routenplanung für Fußgänger bei Google Maps eingehen. Speziell die Daten der Fotos können sehr gut verwendet werden, da hier von wichtigen Objekten Fotos aus unterschiedlichen Perspektiven aufgenommen werden. In naher Zukunft wird das Projekt Google Glass sicherlich auch öffentlich verfügbar zugänglich sein. Die durch Ingress gesammelten Fotos könnten hier verwendet werden, um genau diese wichtigen Landmarks automatisch zu erkennen.

Google stellt mit Ingress wieder einmal unter Beweis, wie innovativ und ausgeklügelt seine Strategien sind, um mithilfe seiner User auf Datenfang zu gehen. [highlight]Ein Geniestreich.[/highlight]

edit: xkcd hat (augfrund des momentanen Buzz) sogar eine Comic Story dazu entwickelt:

Jetzt unseren Newsletter abonnieren