Es ist endlich da: das LinkedIn Eventfeature

von Paul Lanzerstorfer

28. Oktober 2019
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Praise the lord. Es gibt wieder News aus dem Hause LinkedIn.
In den letzten Jahren wurde die Plattform immer wieder bekrittelt, da es keine Möglichkeiten gibt, seine vernetzten (Geschäfts-)Kontakte vernünftig über bevorstehende Events zu informieren, sie einzuladen oder die Events auf der Plattform mit ihnen zu teilen. Im Frühling dieses Jahres startete LinkedIn dann endlich mit einer Testphase und nun wird das Feature nach und nach für alle Nutzer ausgerollt – Yay!

grosse begeisterung

Events sind für Unternehmen immer eine großartige Möglichkeit, ihre Bekanntheit zu steigern, sich mit großartigen Speakern und Vorträgen einen Namen zu machen und Kontakte zu pflegen oder gar neue zu knüpfen. LinkedIn war schon immer die ultimative Plattform, wenn es um Businesskontakte und das Verbinden mit anderen Firmen ging. Umso mehr freut es die Unternehmen jetzt auch, dass sie nun auf ebendieser Plattform die Möglichkeit haben, ihre Events mit dieser wichtigen Zielgruppe zu teilen. Bis dato wurden Events immer fleißig auf dem B2C-lastigen Facebook erstellt. Das macht bei generischen Veranstaltungen auch sicherlich Sinn, bei branchenspezifischen Events schrie unser Herz immer nach einer Möglichkeit auf der B2B-Plattform LinkedIn. Endlich ist diese da. Halleluja!

Eröffnet uns LinkedIn nun neue Business-Welten? Wir haben das neue Tool getestet.

lokalaugenschein

Auf den ersten Blick erscheint die LinkedIn Event-Seite relativ einfach. Und auch auf den zweiten. Gleich zu Beginn fällt auf: Man kann nicht direkt über die Unternehmensseite ein Event erstellen, sondern nur als Privatperson. Einerseits ist das schon verständlich, schließlich vernetzt man sich ja auf LinkedIn auch in erster Linie mit Personen und nicht mit Unternehmen. Auf der anderen Seite finden wir das aber auch sehr schade, da Veranstaltungen aller Art für Unternehmen immer eine gute Möglichkeit sind, sich der Öffentlichkeit zu präsentieren und Aufmerksamkeit zu generieren. Eben ganz nach dem Motto „sehen und gesehen werden“. Dieser wunderbare Nebeneffekt, als Eventorganisator aufzufallen und sich so einen Ruf aufzubauen, geht so leider verloren und einzelne Privatpersonen als Eventorganisatoren gehen möglicherweise auch leichter unter (außer sie haben vielleicht denselben Namen wie das Unternehmen). Uns bei Pulpmedia hat das ein bisschen enttäuscht, da wir dieses Feature vor allem für unsere Eventreihe pulp.rocks sehr begrüßen würden. Moment mal, wir haben glaub ich was im Auge. Cry.

Beim Event-Feature selbst findet man alles was man erwartet - und mehr auch nicht. Die Funktionen erinnern stark an Facebook. Man kann eine Veranstaltung erstellen, woraus LinkedIn automatisch eine eigene Event-Seite mitsamt einem Feed und einer URL generiert. Bei der Erstellung gibt man grundsätzliche Informationen wie Namen, Veranstaltungsdatum und Ort ein, kann ein Bild hochladen, einen Hashtag bestimmen und externe URLs für den Ticketverkauf veröffentlichen. Denn das fehlt leider auch: Die Möglichkeit direkt über LinkedIn Tickets kaufen und verkaufen zu können. Außerdem ist beim Schreiben auch immer Vorsicht angesagt - der Platz bei der Eventbeschreibung ist nämlich nicht unbegrenzt. Beschreibungen, Timetables oder Speaker-Biografien müssen also eher kurzgehalten werden. Kommt da noch was?

holpriger start

Ein paar Wünsche haben wir noch offen. Eine direkte Kommunikation mit den Eventteilnehmern via Direct Message oder E-Mail ist leider nicht möglich. Hat man den Besuchern etwas mitzuteilen, kann man das über ein Posting im Eventfeed versuchen. Bedauerlicherweise bekommen die Teilnehmer aber darüber keine Benachrichtigung oder die Nachricht in ihrem Newsfeed angezeigt. Sie sehen das Posting also nur, wenn sie direkt auf die Eventseite gehen – die Kommunikation gestaltet sich also nicht ganz so optimal. Sagen wir mal: Optimittel. Besonders für Firmen, die in den letzten Tagen vor dem Event mit speziellen Postings nochmals die Vorfreude steigern und den Kartenverkauf ankurbeln möchten, entfällt so ein großer Pool an Möglichkeiten.

Außerdem würden wir uns auch noch zusätzliche Organisationstools wünschen. So lässt sich zum Beispiel keine Teilnehmerliste via Excel exportieren oder das Event wird zwar automatisch in den persönlichen Kalender übertragen, aber der Event-Standort nicht auf Google Maps angezeigt. Gerade solche „Kleinigkeiten“ sind jedoch für die Usability wichtig.

die hoffnung stirbt zuletzt

Nach der großen Euphorie bleiben noch ein paar Optimierungsvorschläge. Aber wir bleiben zuversichtlich! Als wäre LinkedIn selbst nicht ganz zufrieden mit dem neuen Feature, wurden gleichzeitig mit dem Erscheinen auch schon die ersten Verbesserungen angekündigt. So will das soziale Netzwerk es bald ermöglichen, Veranstaltungen als Unternehmen zu verkünden und eine eigene Event-Suchfunktion einrichten. Sounds supercalifragilistic!

Wir hoffen, dass die Plattform an den Verbesserungsvisionen festhält und den Ausbau schnell vorantreibt, denn im Grunde sind wir immer noch begeistert vor der Möglichkeit, Events und Veranstaltungen mit der richtigen und passenden Zielgruppe teilen zu können. Danke, LinkedIn.


Paul Lanzerstorfer

Im Inbound Marketing hat Paul Lanzerstorfer jene Definition wiedergefunden, die ihn überhaupt erst zum Marketing gebracht hat. Der Spezialist für Inbound Marketing lebt die Methode seit Beginn. Der Hubspot-Blog ist seine Lieblingslektüre.

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