Manchmal hört man einen Satz, der einem lange Zeit im Kopf hängenbleibt. Dieser eine Satz regt zum Nachdenken an. Nach der Teilnahme an zahlreichen Keynotes und Master Classes beim Marketing Rockstars in Graz am Freitag haben insgesamt vier Sätze meinen Kopf nicht mehr verlassen, sind mit mir zurück nach Linz gefahren und haben mich dazu veranlasst, diesen Blogbeitrag zu schreiben.

1. Lon Safko in der Keynote „The Fusion Marketing Bible – It´s What´s Next!

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Man kann Lon Safko nur recht geben, denn, wer sein Wissen auf Power Point-Folien bannt und damit über Jahre Kurse zum Thema Social Media hält, erzählt spätestens nach drei Monaten schon Dinge, die bei weitem nicht mehr aktuell sind. Die Social Media-Welt unterliegt einem ständigen Wandel, das merkt man spätestens, wenn Facebook seinen Algorithmus ändert oder zwei zu betreuende Seiten plötzlich unterschiedlich aussehen – der A/B-Test lässt grüßen. Wer stets in die veränderte Social Media-Umgebung einarbeitet und Großteiles lerning-by-doing betreibt, würde sich selbst doch nie Experte nennen. Habe ich Recht?

https://twitter.com/pulpmedia/status/596589423812333568

2. Torsten Panzer in der Master Class „Disruptive Storytelling: Macht kaputt, was euch kaputt macht!

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Wer als Unternehmen auf seiner Facebook-Seite nur davon spricht, wie toll man eigentlich ist, der vergisst leider darauf, Geschichten zu erzählen. Mit jemandem, der so von sich selbst überzeugt ist, will man doch auch im realen Leben nicht befreundet sein – warum sollte das in der Online-Welt dann anders sein? Daher sollte man sich als Unternehmen Gedanken darüber machen, welchen Mehrwert man seinen Fans bieten kann bzw. mit welchem Content man sie beeindruckt. Menschen erzählen sich nämlich gerne Geschichten. Schließlich kennt man es doch von sich selbst und sagt oft genug: „Weißt du was ich gelesen habe?“ Wäre es dann nicht großartig, wenn man nach dieser Frage Ihren Content weitererzählen würde? Die Wichtigkeit des Word of Mouth darf nämlich keinesfalls unterschätzt werden.

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3. Florian Gmeinwieser in der Master Class „Der echte Red Button: Mobile Marketing abseits von Bannern und Search“

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Tolle Landschaften, schöne Menschen, knackige Slogans – doch den schönsten Werbungen fehlt es häufig am Wichtigsten: der Individualität. Ob im Print, Online oder als Spot, viele Werbungen sterben leider in Schönheit. Wenn es diesen nämlich an Wiedererkennungswert fehlt, hilft auch die atemberaubendste Landschaft nicht mehr. Ein Konsument, der sich an die tolle Werbung erinnern kann, aber nicht mehr weiß, für welches Unternehmen geworben wurde, hilft bei der Vermarktung eines Produktes schließlich überhaupt nicht. Wie wichtig die Individualität und der Wiedererkennungswert eines Werbespots wirklich ist, zeigte Michael Kapfer in seiner Master Class, als er dem Publikum eröffnete, dass der Durchschnitt der Zuseher nur 2,5 TV-Spots nacherzählen kann – nur 2,5 Spots, von all den Tausenden die er in seinem gesamten Leben bereits gesehen hat.

https://twitter.com/pulpmedia/status/596598812346601472

4. Sven Wiesner in der Master Class „Frische Brise aus Hamburg St. Pauli: Druckbetankung Digital und Social Marketing“

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Wer als Unternehmen oder Agentur auf ein ausgeklügeltes Konzept hinter den einzelnen Kampagnen vergisst, der liefert einen Schnellschuss nach dem nächsten, die allesamt nicht unter einen Hut zu bringen sind. Das Negativbeispiel lieferte der Hamburger St. Pauli-Fan zum Unterstreichen seiner Aussage gleich mit: den Ehrmann-Spot mit Marianne und Michael.

https://www.youtube.com/watch?v=SizgZdBOrkw

Hier wurde wirklich zu schnell geschossen und auf die nachhaltige Kommunikation vergessen, denn, wie kann man die Message, die der Spot transportiert, in Zukunft weitertragen? Gar nicht. Der Spot steht nicht unter einem Gesamtkonzept, einer kommunikativen Klammer, und ist somit nur eine „Perle“ in einer Kette von Spots, die das Unternehmen veröffentlicht, um sich selbst zu verjüngen.

Anders agiert hier Edeka – die Grundidee „Wir lieben Lebensmittel“ ist jene, die allen Werbemitteln des Unternehmens zugrunde liegt und die man sogar über die deutschen Landesgrenzen hinweg kennt. Hier wurde nicht schnell geschossen, sondern auf nachhaltige Kommunikation gesetzt.

https://twitter.com/pulpmedia/status/596616179625656320