Vom "Mögen" zum "Möchten"

Keine Frage, der "Gefällt mir"-Button der Social Media Plattform Facebook ist seit seinem Launch vor zwei Jahren im Web längst zum Standard auf den Websites verschiedenster Marken und Firmen geworden. Ein "Like" bedeutet mehr Aufmerksamkeit und schlussendlich auch Werbung.

Nun sind Mark Zuckerberg und Co. allerdings bereits einen Schritt weiter: Laut der Nachrichtenagentur Reuters wird von insgesamt sieben Handelsunternehmen, darunter das bekannte Unterwäsche Label Victoria's Secret, gerade der so genannte "Want"-Button getestet.

So funktioniert er...

Der "Want"-Button soll neben diversen Produkten platziert werden. Sobald die NutzerInnen auf den Button klicken, tauchen die entsprechenden Produkte im News Feed der Facebook Freunde auf. Zudem können die UserInnen die favorisierten Artikel direkt über das soziale Netzwerk erwerben. Mögliche Alternativ-Namen für den Button im Test sind "Like" und "Collect".

Das bringt er...

Mit dieser neuen Art des Marketing auf Facebook, begibt sich die Plattform direkt in Konkurrenz mit anderen Versandhandelsgrößen, wie etwa Amazon. Geht man von der Zahl der aktiven NutzerInnen auf Facebook aus, dürfte mit diesem Schritt ein mehr als erfolgsversprechendes Marketing Tool im Entstehen sein. "E-Commerce ist eine der besten Arten, das Internet zu monetarisieren", meint auch Analyst Colin Sebastian von Robert W. Baird gegenüber Reuters.

Besinnt man sich auf Facebooks Grundfunktion zurück, nämlich eine Plattform für individuelle Kommunikation zwischen Menschen weltweit zu sein und diese auch zu fördern, kann man die jüngsten Pläne des sozialen Netzwerks auch kritisch sehen. So argumentieren Senior Account Manager Thomas Hirschmann und Managing Director Sebastian Scherbeck von der We Are Social Deutschland GmbH für vier simple Regeln, an die sich Marketing Experten halten sollten, wenn Sie im Bereich Social Commerce arbeiten:

  • Aufmerksamkeit ist ein limitiertes Gut
  • Menschen sind keine Konsum-Roboter
  • Soziale Natur ist zugleich Aufgabe und Identität
  • Soziale Wertstiftung kommt vor Wertschöpfung

Festzuhalten bleibt...

Um als Marketer erfolgreich zu sein und gleichzeitig ethisch korrekt an den UserInnen zu handeln, gilt es also, einige Punkte zu beachten. Das Marketing Potenzial, das hinter dem "Want"-Button steckt, ist enorm und kann, richtig umgesetzt, definitiv für "smiling faces" sorgen: auf Seiten der Marketing Experten wie auch bei den NutzerInnen weltweit.

Der "Want"-Button erweitert die Reichweite von Facebook um eine weitere Facette. "Coole" Produkte erhalten viele "Wants" und UserInnen können mit den gesammelten Produkten (ähnlich wie auf der Plattform Pinterest) ihren Facebook Freunden, zeigen wer sie als Typ wirklich sind.