Kann man Snapchat nach dem Release von Instagram Stories schon abschreiben und getrost auf dem Friedhof der Social-Media-Netzwerke begraben? Snapchat – so scheint es – hat doch gerade erst begonnen, auch Bestandteil des Marketingmixes bei Unternehmen zu sein. Was nun?

Eigentlich finde ich es ja schade, dass Instagram ganz frech copy-paste gespielt und das neue Stories Feature ausgerollt hat. Und dabei nicht nur die vorteilhaften Facetten bei dieser Adaption übernommen hat. Wer abschreibt, muss eben auch damit rechnen, dass die Idee des Sitznachbars nicht zu 100% funktioniert oder auch Schönheitsfehler hat.

Instagram war bis dato ein Hochglanzmedium. Aus tausenden Fotos, die an einem Tag aufgenommen werden, wird meist nur das wirklich beste einen Platz in der Instagram-Galerie finden. Und dann kommt auf einmal die Funktion Stories daher. Das Feature ist vor allem dazu gedacht, Einblicke hinter die Kulissen geben. Wie sind die Hochglanzfotos entstanden, wie ist das Ambiente und was geschieht jetzt in diesem Moment? Social-Media-Netzwerke sollen Spaß machen, unterhalten, zum Nachdenken anregen und genau darauf baut Instagram jetzt.

Beispiel: visitAustria Beispiel: visitAustria

An manchen Stellen drückt allerdings noch der Schuh: Wo sind die Geofilter, die scherzhaften Regenbogenergüsse, die Schmetterlinge im Haar und die Filter, die zu 100% Gehirnfasching versprechen?

ABER: Instagram hat DAS große Manko von Snapchat geändert und ermöglicht es den Usern mittlerweile, vorgefertigten Content als Stories zu teilen. Wie das geht? Beim Stories Feature einfach den Bildschirm nach unten ziehen, dann erscheint oben ein Balken mit den Bildern und Videos der letzten 24 Stunden. Einfach Bild bzw. Video auswählen, Filter, Beschriftung, ... und teilen!

Die Bilder der letzten 24 Stunden Die Bilder der letzten 24 Stunden

Vor- und Nachteile der beiden Plattformen

Die Bedienung von Snapchat ist selbst nach mehrfacher Nutzung nicht intuitiv und verwirrtes Herumirren ist keine Seltenheit. Weiters unterscheidet Snapchat zwischen Snaps, die direkt an eine oder mehrere Personen geschickt werden, und den Story Snaps, die allen Followern zugänglich sind. Beide werden getrennt in verschiedenen Bereichen der App angezeigt.

Da hat die Instagram-Stories-Funktion die Nase vorne – diese ist prominent auf der Startseite platziert und zieht so die Aufmerksamkeit der User auf sich. Durch einfaches Wischen kann man durch die Stories von Freunden und Influencern zappen.

Instagram Stories sind prominent platziert Instagram Stories sind prominent platziert

Die Nutzung von Instagram an sich ist bereits bekannt und intuitiv gelöst. Allgemeine Einstellungen sind einfach zu finden. Instagram erlaubt es zwar nicht, Stories an einzelne Personen zu senden, jedoch kann man Stories vor ausgewählten Usern verbergen. Leider muss dabei jeder einzelne User ausgewählt werden und es ist nicht möglich, Listen oder Personengruppen zu verwenden.

13978071_10207133305918840_1498702635_o Instagram Stories: Hinweis auf neue Artikel, Videos usw.

Thema Filter: Snapchat wäre ohne seine Filter bei weitem nicht so lustig und gerade diese Portion Nonsense macht den Unterschied. Die verfügbaren Story Filter auf Instagram sind nur ein Bruchteil aus dem Instagram-Repertoires. Die Emojis fehlen zwar auch, aber dafür ist Instagram mit seinen Zeichentools ein wenig kreativer: mehr Farben und drei verschiedene Stifte.

Warum ich bei #TeamInstagram bleibe

Auch wenn Instagram Stories noch mit einigen Schönheitsfehlern zu kämpfen hat, bin ich ein großer Fan der neuen Funktion. Mit Snapchat habe ich mich aufgrund der Usability nie so wirklich angefreundet. Dass wir Snapchat allzu bald begraben werden, kann ich mir trotzdem nicht vorstellen, denn dort befindet sich eine andere Zielgruppe.

Für mich gilt schlicht und einfach #TeamInstagram. Hauptsächlich deswegen, weil ich mir hier schon eine Followerschaft aufgebaut habe und Instagram mit den Stories ein wirklich sinnvolles neues Feature eingebaut hat. Durch die neue Funktion und das Facelift vor wenigen Monaten hat Instagram noch einmal zusätzlich an Pepp gewonnen.

Instagram hat es geschafft, zwei Plattformen zu vereinen. Für mich als Blogger und Influencer optimal, denn so spare ich jede Menge Zeit und kann hochwertigeren Content liefern. Allerdings habe ich sehr wohl im Hinterkopf, dass Instagram auch zu Facebook gehört und sich deren Imperium weiter vergrößert. Ich kann nur hoffen, dass man auch weiterhin noch auf organische Reichweite setzen kann.

Instagram Stories im Test Instagram Stories im Test