Vorab: Viele Werbeagenturen bieten Viralvideos an – wir tun dies auch. Doch auch, wenn man weiß, welche Zutaten ein virales Video von einem normalen YouTube-Clip unterscheidet, kann und sollte man keine Garantie für dessen Erfolg geben.

Viralvideos – ein Clip, der sich wie ein Virus im Netz verbreitet

Täglich gibt es über vier Milliarden YouTube-Views, die Möglichkeiten, die sich hier bieten, sind demnach enorm. Man sollte sich von dieser Zahl jedoch nicht täuschen lassen, denn nur weil man den eigenen YouTube-Clip großartig findet, heißt das nicht, dass dieser genau die Aufmerksamkeit bekommt, die man ihm zugetraut und gewünscht hätte. Des Weiteren ist auch die Konkurrenz eine sehr große, denn pro Minute werden auf YouTube 48 Stunden Videomaterial hochgeladen.

Welche Zutaten braucht man nun, damit der eigene Clip den Status „Viralvideo“ bekommt und nicht in der Menge untergeht? Ist das reine Glückssache oder kann man dessen Erfolg bewusst herbeiführen?

Natürlich gibt es genügend Beispiele dafür, dass Videos unbeabsichtigt zu einem viralen Phänomen werden, dennoch muss man nicht unbedingt vierblättrige Kleeblätter pflücken oder Hufeisen an den PC kleben – wobei das natürlich nicht schaden kann -, um für das eigene Video den größtmöglichen Erfolg zu erzielen.


Es gibt mehrere Dinge, die man berücksichtigen sollte, um die Erfolgschancen des eigenen Clips zu erhöhen - einfach nur auf YouTube stellen und das Beste zu hoffen, reicht da meist nicht.

1. Die richtigen Tastemaker

Wenn das Video bereits veröffentlicht wurde, ist es schon zu spät, um sich auf die Suche nach einflussreichen Tastemakern zu begeben. Optimal ist es, mit diesen schon in Kontakt zu treten, bevor der Clip fertiggestellt worden ist. Wieso? Eine frühe Einbindung von zum Video passenden Bloggern, Twitterusern, Facebookern und YouTube-Nutzern führt dazu, dass sich diese mit dem Video und der dahinterstehenden Marketingstrategie besser identifizieren können und die Wahrscheinlichkeit, dass sie darüber schreiben bzw. das Video teilen, somit steigt.

Der Fall, dass ein einflussreicher Tastemaker ein bestimmtes Video teilt, ohne darauf vorher aufmerksam gemacht worden zu sein, ist sehr unwahrscheinlich.

Dennoch kommt es manchmal vor, so wie bei bei Yosemitebear´s Viralvideo „Double Rainbow“: Erst als Jimmy Kimmel das Video auf Twitter teilte, wurde es zu einem YouTube-Hit.

Viralvideo-Statistik

Bild von Kevin Allocca: Why videos go viral

2. Die richtige Art

Viral gegangene YouTube-Videos gehörten meist einer der folgenden Videoarten an:

  • Parody: Ein bereits bekanntes und beliebtes Video wird parodiert. Somit beschert man nicht nur dem Originalvideo mehr Aufmerksamkeit, sondern schwimmt auch auf einer bereits losgetretenen Welle mit.
  • Cute as hell: Hierzu zählen vor allem Tiervideos und Clips mit Kindern.

Ein Video zu produzieren, dass einer dieser Gruppen angehört, erhöht die Chancen auf Erfolg – schließlich gibt es hierfür bereits Zielgruppen, die man ansprechen kann.

3. Die richtige Kategorie

Aber nicht nur die Art des Videos ist wichtig, wenn es um die Produktion eines Viralvideos geht: Auf YouTube gibt es zehn unterschiedliche Kategorien, in welche Videos eingeordnet werden müssen. Da die Top Videos jeder Kategorie auf der YouTube-Homepage gefeatured werden, zahlt es sich aus, einer der meistgesehen Clips einer bestimmten Kategorie zu sein. Weil manche Kategorien weniger beliebt sind als andere, genügen hier weniger Views, um es auf die Homepage zu schaffen, als es in umkämpfteren der Fall wäre – das sollte man berücksichtigen.

Einen Schneeballeffekt auslösen

Diesen Effekt kann man nicht steuern, denn auch wenn ein Video zu Beginn häufig angeklickt wird, heißt das nicht, dass das auch über einen längeren Zeitraum geschieht. Tatsächlich verlieren Videos schnell an Eigendynamik. Man hat nicht in der Hand, welche weiteren Blogs und Tastemaker über das Video berichten werden und dieses auch teilen, wenn es schon veröffentlicht wurde, man kann es aber forcieren.

Man kann vieles probieren, aber nichts garantieren

Auch wenn man all diese Tipps berücksichtigt und sein Bestes gibt, kann man den Erfolg eines YouTube-Videos nicht garantieren. Man kann es jedoch erneut versuchen und sich die Zwischenzeit mit bereits erfolgreichen Clips wie diesem versüßen: